Ederstausee:

Der Ederstausee bei Waldeck in Nordhessen zeigt sich in den letzten Jahren öfters bei Niedrigwasser. Im Spätsommer/Herbst 2018 war der Wasserstand besonders niedrig. Nicht nur, dass sich ein ganz anderes Landschaftsbild mit ausgedörrtem Flussbett und Seegrund ergibt; es zeigen sich alte versunkene Bauwerke, die beim Fluten des Taleinschnitts zum Vorschein kommen. Dieses außergewöhnliche Ereignis lockte mich zu drei Tagesausflügen im Jahr 2018. Hier meine Fotoergebnisse aus diesen Besuchen.

Weitere Infos zum Edersee und den versunkenen Bauwerken:

 

 

Wikipedia

 

Pegelstände und sichtbare Bauwerke

 

Atlantis im Edersee

Beim ersten Besuch Mitte August besuchte ich den Ederbogen südwestlich von Asel, die alte Asel-Brücke und den Aselbach. Doch zunächst zum Ederbogen. Ich war erschrocken, wie weit sich der Fluss zurückgezogen hatte und ausgedörrte, wüstenähnliche Ebenen freigaben. Aus fotografischer Sicht natürlich außergewöhnliche Motive:

Ich bewege mich weiter im Flussbett entlang in Richtung Asel. Grüne Uferabschnitte folgen. Sehr interessante Kontraste:

Weiter unten im Flussbett gibt es noch schlammige Abschnitte:

Mit diesen Eindrücken erreiche ich schließlich die alte Asel-Brücke. Die bekannte 4-bogige Ederbrücke ist dabei das am besten erhaltene Bauwerk des alten Edertals und taucht heute ab einem Wasserstand von 235,10 m wieder auf. Dann ist sie zumindest für Fußgänger und Radfahrer wieder benutzbar.

Ich sehe mich noch ein wenig im Nahbereich der Brücke um und treffe hier auf seltene Motive.

Abschließend machte ich noch einen Abstecher in einen Seitenarm, durch den der Aselbach fließt und der durch schroffe Feldwände umfasst ist.

Auch der Rückweg zu meinem Ausgangspunkt am Ederbogen zeigte sich leicht abseits vom Flussverlauf abwechslungsreich:

Mit diesen Eindrücken beendete ich die Fototour Mitte August im ausgetrockneten Flussbett der Eder bei Asel. Im September ging es weiter.

Mitte September 2018: die Lage hatte sich nochmal verschärft, der Wasserstand ist durch ausbleibende Regelfälle weiter abgesunken und hat weitere versunkene Bauwerke freigegeben. Ich steuerte an diesem Tag zunächst die Halbinsel Scheid an und machte eine Tour entlang des Uferweges einmal um die Halbinsel herum:

Der Eindruck täuscht. Der Pegelstand ist außergewöhnlich niedrig. Im unteren Bereich des Ederstausees ist noch eingeschränkter Schiffsverkehr möglich, aber auf Höhe der Halbinsel Scheid müssen die Fahrgastschiffe wenden und in tiefere Gewässer zurück. Der trockenliegende Uferbereich zeigt, wie weit der Wasserstand abgesunken ist:

Ich erreiche die sogenannte "Loreley", ein kleiner Aussichtspunkt auf einer Felsnase mit Blicke auf Alt-Bringhausen, Brückenreste und einem alten Friedhof.

Die Brückenreste von Alt-Bringhausen schaue ich mir genauer an. Später wechsle ich noch die Uferseite und besuche die gegenüberliegenden Brückenreste und Auffahrtsrampe.

Ich verlasse die Halbinsel Scheid und bewege mich auf der Ederseerandstraße entlang. Gleich zu Beginn bei Nieder-Werbe sind schöne Blicke auf einen Seitenarm mit dem Bach Werbe zu sehen:

Mein nächstes Ziel ist das Bärental, ein felsiger Seiteneinschnitt mit der auffälligen Bärentaleiche und den Gebäuderesten vom Dorf Berich / Alt-Berich.

Nur zur Orientierung: die Wurzeln der Eiche sind bei normalem Pegelstand (Vollstau) mit Wasser umspült.

Ich habe das Ufer gewechselt und befinde mich jetzt genau gegenüber der Halbinsel Scheid (siehe oben). Hier hat das Niedrigwasser einen Friedhof und die Brückenreste mit Auffahrtsrampe von Alt-Bringhausen freigelegt und die Liebesinseln zugänglich gemacht.

Aufnahmen mit der Drohne zeigen nicht nur Bekanntes aus einer anderen Perspektive, sondern zeigen auch bislang vom Boden aus nicht Erkennbares: Grundrisse und Strukturen alter Behausungen:

Mein nächster Besuch des Ederstausees folgte dann Anfang November 2018; und erneut sind weitere Bauwerke aus vergangenen Zeiten sichtbar geworden. Die Bericher Hütte und das tiefergelegene Sperrwerksmodell sind freigelegt; und im derzeitigen Uferbereich sogar eine kleine Grotte.

Von der Ederseerandstraße sind schöne Ausblicke auf den herbstlichen Uferbereich möglich.

Selbst der Weiher bei Nieder-Werbe sind leergelaufen und ausgetrocknet:

Zurück zum Edersee: schroffe Uferhänge sind sichtbar und laden zur Erkundung ein.

Hier befinde ich mich unterhalb vom Schloss Waldeck. Vom Ufer aus blickt man auf die freigelegten "Hopfenberge" und die Sperrmauer.

Kurz vor der Talsperre gibt es Parkmöglichkeiten, so dass ich zu Fuß über die Sperrmauer gehe und mir diesen Bereich ausgiebig anschauen kann:

Im November wird es früh dunkel. Ich nutze die Gelegenheit und fahre zum Sonnenuntergang nach Asel zurück, wo meine Ederseebesuche im August begonnen hatten. Im Licht der untergehenden Sonne ergeben sich herrliche Motive mit einem außergewöhnlichen Bauwerk im Blickpunkt.

Das soll es zunächst gewesen sein mit den Fotos vom Edersee bei extremen Niedrigwasser, so dass Edersee-Atlantis sichtbar wird. Eine schöne Landschaft. Ich werde auf jeden Fall nochmal zurückkehren. Einmal bei normalem Pegelstand, um den krassen Unterschied darzustellen, und bei Niedrigwasser, um die dann begehbaren Hopfenberge zu erkunden.

Der Edersee ist hier zu finden: